Lars Frantzen

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from Zeilenumbruch

Man kann sich dieser Tage über viele Dinge in Deutschland aufregen. Und man muss das auch. Aber da das Thema so gewaltig ist, nehme ich hier ein vergleichbar kleines, alltägliches. Aber es ist symptomatisch für viele Dinge, die in diesem Land nicht mehr laufen. Dinge, die einem das Gefühl geben, verarscht zu werden, in einem mehr und mehr dysfunktionalen Land zu leben, in dem alle nur noch die Hand aufhalten und ihren persönlichen Vorteil maximieren. Dabei geht jeder Anstand und jede Verlässlichkeit vor die Hunde. Dieser Beitrag hat viele Bezüge zu Liebe Deine Kunden.

Heute sollte ein Fahrrad geliefert werden. Es ist der zweite Anlauf. Der erste wurde einen Tag vorher abgesagt. Der Termin heute findet auch nicht statt, habe ich gerade in der Sendungsverfolgung gesehen. Das ist der zweite Tag, an dem ich umsonst zu Hause auf eine Lieferung warte. Gekauft online bei Fahrrad XXL, Lieferung von Orcargo. Die Spedition kann man anrufen, dann wird das wiederholt bedauert, und ja, vielleicht kommt das Fahrrad jetzt morgen. Ich frage, wie man sich das vorstelle, wenn man nicht in der Lage ist einen verlässlichen Termin zu nennen. Der Geschäftsführer Dominic Möller sei nicht zu sprechen. Ich bitte um Rückruf. Bisher kam keiner. Morgen habe ich keine Zeit zum dritten Mal auf die Lieferung zu warten, oder ich muss einen Arzttermin absagen. Super Service, Orcarga, aber in diesem Land anscheinend alles ganz normal mittlerweile. Fahrrad XXL kann man erst gar nicht telefonisch erreichen, eine Nummer wird unter “Kontakt” nicht genannt. Der KI-Bot hat dann doch eine Nummer rausgerückt. 069 60511770. Da war ich gerade eine halbe Stunde in der Warteschleife. Dann kam ich endlich dran. Leider hat keiner mit mir gesprochen. Stille für Minuten. Ich habe wieder aufgelegt.

Normalerweise würde ich jetzt einfach die Lieferung ablehnen und die Bestellung widerrufen. Und vielleicht mache ich das auch. Leider gibt es dieses Fahrrad bei keinem Händler in der Nähe (Berlin und Umland), und es dauert mindestens 4-6 Wochen wenn man vom Händler bestellen lässt. Dann kann man so langsam auch besser auf den nächsten Frühling warten. Da man mittlerweile für ein E-Bike ein kleines Vermögen ausgibt, macht man ungerne Kompromisse, aber vielleicht kaufe ich trotzdem einfach ein anderes. Beim Händler vor Ort. Alles andere ist eine Katastrophe.

Und das hier ist keine Ausnahme. Wenn ich an die letzten Monate denke, fallen mir sofort drei weitere Highlights ein. Da war die Sache mit dem Geschirrspüler bei Saturn. Da kam auch einfach keiner an dem zugesagten Termin. Zwei Mal. Also storniert und woanders bestellt. Und ewig dem Geld hinterhergerannt. Oder UPS. Da ist mein Paket halt einfach verschwunden. Interessiert hat es bei UPS keinen. Oder die vier Festplatten, die UPS ohne Erlaubnis und ohne zu informieren in einem völlig kaputten Karton vor der Haustür abgelegt hat.

Was ist hier zu beobachten?

  • In Deutschland sind Lieferungen mittlerweile Glücksache. Man kann Kunden problemlos belügen, Termine nicht einhalten, Ware in kaputten Kartons vor's Haus schmeißen, etc.
  • Viele Paketdienste (UPS, Orcargo) haben gar nicht mehr den Anspruch, ihren Kunden einen verlässlichen Service zu bieten. Man ist als Kunde einfach nur lästig, wird hingehalten und verschoben.
  • Viele Firmen, die mit Paketdiensten arbeiten, interessieren sich genauso wenig für ihre Kunden. Das ist dann halt der Paketdienst schuld. Oft, wie bei Fahrrad XXL, kann man noch nichtmal mehr telefonisch versuchen eine Lösung zu finden.
  • Der letzte Schiss Kundenservice wird mehr und mehr hinter einer “KI” versteckt, um das letzte bisschen Gefühl Menschlichkeit zu ruinieren. Helfen tut das nur dem Anbieter, für den Kunden bedeutet es fast immer noch mehr Ärger.
  • Man verliert das Gefühl, wirklich in einer Marktwirtschaft zu leben. Wenn Kundenzufriedenheit nicht mehr den Markt ordnet, dann ähnelt dieses System aus Kundensicht eher einer Planwirtschaft. Man kann mit Kunden machen, was man will, ohne Konsequenzen. Weder rechtlich, noch, marktwirtschaftlich.

Es bleibt das Gefühl, verarscht zu werden. Sowas wie Kundenzufriedenheit kann man heute anscheinend einfach wegsparen. Schlechte Bewertungen kann man (zumindest bei Google) einfach löschen. Ein gutes Beispiel, wie Neoliberalismus in kleinen Schritten an der Demokratie nagt. Wenn sich Menschen mehr und mehr verarscht fühlen und merken, dass der Staat seine Bürger nicht davor schützt, so behandelt zu werden, dann entsteht ein Gefühl des Ausgeliefertsein an kapitalistische Extreme. Wo ist der Verbraucherschutz? Wo sind die Gesetze, die Firmen in Schranken weisen? Weglobbyiert. Und auch wenn dies ein vergleichbar banales Beispiel ist (neben unzähligen anderen (Deutsche Bahn, ...)) – es sind diese Beispiele, die Politik ernst nehmen muss, wenn sie den Glauben an die Demokratie wieder stärken will. Auch wenn es jetzt langsam etwas spät ist. Strengere Regeln für UPS hätten der AfD in Sachsen-Anhalt wenig Einhalt geboten. Aber irgendwo muss man ja anfangen.

Was kann man politisch tun?

  • Einfach einzufordernder Schadenersatz, wenn Liefertermine nicht eingehalten werden.
  • Pflicht, dem Kunden den Paketdienst vor Vertragsabschluss zu nennen.
  • Pflicht, einfach telefonisch erreichbar zu sein, mit definierten SLAs, und ohne KI.
  • Stärkung des Verbraucherschutzes, Beschwerdestellen.

Was kann man als Kunde tun?

  • Bestellt so wenig wie möglich online, geht zum Händler, akzeptiert den Aufwand und die paar Euro mehr – dafür sind da Menschen die einen beraten und die einen anständigen Job haben.
  • Läuft etwas grundlegend falsch, verweigert Lieferungen, storniert Käufe und macht vom Widerruf Gebrauch.
  • Bewertet schlechte Firmen, nicht (nur) bei Google und Amazon, auch bei Trustpilot.

Ja, es ist nicht mehr in Ordnung. Es stimmt was nicht mehr in diesem Land, und man sieht das an diversen Ecken und Enden. Aber man kann was tun, politisch und privat. Demokratie ist super. Wir brauchen nur wieder Politiker, denen Demokratie und die Bürger wichtiger sind als die Lobbyisten und der persönliche Vorteil. Und wir brauchen Bürger, die den Arsch hochbekommen und sich nicht verarschen lassen – ohne dabei zum AfD-Vollidioten zu werden.

 
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Some years ago (actually around 20 years ago...) I wrote little Java program called iocoChecker to check if the ioco or uioco conformance relation holds between two transition systems. The tool was used in some academic courses, and later integrated into the JTorX tool.

Since I have been learning Haskell now for a bit, it was a nice exercise to reanimate this tool in Haskell. That was a pretty nice experience, to see how well Haskell is suited to express the data structures and algorithms. Probably it can be done much better, I just finished this brilliant introduction into Haskell called Learn You a Haskell. So, miles to go.

You find the tool, called statehood, on Codeberg.

I plan to extend this tool in several directions, with a focus on symbolic transitions systems.

 
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Are you also one of the unlucky ones who uploaded music to YouTube Music without proper local backups, and now you depend on their takeout service to get your files back? Welcome.

The main issue with this is, that you basically get back one huge folder containing all the .mp3's, and a .csv that somehow lists all these songs, and gives the corresponding album and artist(s).

This would be already unhandy enough, but what is much worse is that the title names in the .csv often do not match the file names of the song files. For instance, the .mp3's have truncated names, several special characters are replaced, etc. So it is basically a huge mess to sort these files back into some meaningful folder structure. Maybe there are some easy ways to do so (please tell me!). One thing you can do is trying to import all the files into a media player, and hoping that then the stuff gets sorted automatically. I tried that, and it worked for some albums, but for the most part it didn't. Probably because a lot of my files are not tagged. You can tag them manually, but this is an even bigger mess when the files are not grouped by their album.

So I wrote a little gawk script to at least create the correct folders and move the files into those as much as possible. All this script does is trying to correct the song title in the .csv in a way that it matches the real filename, and then moves the file into either this folder structure: Artist → Album → Title or this one: Album → Title The first one is probably more what you want, but the problem is that sometimes the titles of one album have several different artists. In this case, you do not get one folder per album, but one folder for each artist of that album. This is avoided with the second structure. You may want to use both structures to help you sorting everything correctly at the end.

This is all by far not perfect, but it helped me a lot to get started. There are several issues still open, like:

  • when there are several songs with the same title, these may not be treated correctly
  • even when all songs of an album are moved into their correct folder, the ordering of the songs in the album is still unknown (unless the song names are ordered lexicographically in the right way)
  • I may have missed necessary corrections of the .csv entries since I only tested it with my songs
  • Google may have changed the .csv structure when you read this, so the script will not work anymore
  • ...

This script is more meant as a pattern that you need to adapt to your needs. I also only tested this on a Mac. So use this as your own risk. Note that an awk script does not change the original .csv. But, of course, only run all this in a backed up test folder.

Preparation

I assume here that you got a bunch of zipped archives named something like takeout-20251213T042017Z-3-001.zip. Inside each archive you find this directory structure: YouTube and YouTube Music → music (library and uploads) And in the music folder are mainly a bunch of mp3's. Copy the content of all these music folders into a new common folder. It will then contain all the .mp3's and two .csv's: music library songs.csv – this seems to be the whole library (not only uploads), so I ignored this one. music uploads metadata.csv – here some information about the uploaded (and now dowloaded) songs is available. Copy the sort_takeout.awk script (see below) also into this folder.

Running the Script

The script will create the Artist -> Album -> Title structure per default. If you want the Album -> Title structure, change the createArtistAlbumTitle($1,$2,$3) call to createAlbumTitle($1,$2,$3) first.

Run the script: gawk --csv -f sort_takeout.awk music\ uploads\ metadata.csv > log

On the terminal there should be no output at all, unless something fundamentally is going wrong. When done, check the log file if all files are copied (search for File not found:).

Here is the sort_takeout.awk script:

# Run with:
# gawk --csv -f sort_takeout.awk music\ uploads\ metadata.csv > log

NR==1 {next} # skip header line in CSV

# Clean up "Song Title" from CSV
{if (length($1) > 47) $1 = substr($1, 1, 47)} # titles longer than 47 are truncated
{gsub(/\.mp3/,"",$1)} # in case the title already ends with .mp3, remove the ending
{gsub(/'/,"_",$1)}    # ' -> _
{gsub(/"/,"_",$1)}    # " -> _
{gsub(/:/,"_",$1)}    # : -> _
{gsub(/\//,"_",$1)}   # / -> _
{gsub(/\?+/,"_",$1)}  # ? -> _   (also multiple '?')
{$1 = $1".mp3"}       # add the ending .mp3

# Clean up "Album Title" from CSV
{if ($2 == "") $2 = "unknown"}    # if no album title -> "unknown"
{gsub(/\//,"_",$2)}               # '/' -> '_'

# Clean up "Artist Name 1" from CSV
{if ($3 == "") $3 = "unknown"}    # if no artist name -> "unknown"
{gsub(/\//,"_",$3)}               # '/' -> '_'

# create directories for each file and copy the file there
// { if ($1 == ".mp3") print "No title given!"; else
	if (checkIfFileExits($1) == 0) createArtistAlbumTitle($1,$2,$3);
	else print "File not found: " $1}


function checkIfFileExits(file)
{
    return system("test -f \"" file "\"")
}

function checkIfDirExits(dir)
{
    return system("test -d \"" dir "\"")
}

function createArtistAlbumTitle(title, album, artist)
{
    print "Copying " artist " - " album " - " title
    if (checkIfDirExits(artist) == 0) true; else system("mkdir \"" artist "\"")
    if (checkIfDirExits(artist"/"album) == 0) true; else system("mkdir \"" artist  "\"/\"" album "\"")
    system("cp \"" title "\" \"" artist  "\"/\"" album "\"")
}

function createAlbumTitle(title, album, artist)
{
    print "Copying " album " - " title    
    if (checkIfDirExits(album) == 0) true; else system("mkdir \"" album "\"")
    system("cp \"" title "\" \"" album "\"")
}

I left some if (bla) true; in there to easily add some debugging if needed.

 
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from Zeilenumbruch

Die fabelhaften Delines haben mit ihrem Weihnachtslied eigentlich schon alles gesagt, was es zu Weihnachten zu sagen gibt.

Ein weiteres Weihnachten in Indien. Alles ziemlich ähnlich zum letzten Jahr. Ein wenig Stimmung kommt hier schon auf, man hätte sogar zur Christmette gehen können. Aber da war ich noch nie. Überhaupt war ich lange nicht mehr in einer Kirche. Ich bin ja auch schon lange kein Mitglied mehr.

Auch feierlich: Krishna hat mir seine Bullet 500 vermietet. Siehe Bild oben. Das macht Freude.

Ich schreibe mal wieder an meiner Dissertation (wie immer), und lerne dabei Haskell. Zum Zocken habe ich meine Vita dabei, und nochmal Y's VIII angefangen. Und meine Nachtlektüre ist Steins;Gate. Sehr unterhaltsam. Ansonsten spielen wir nach wie vor viel Aeon's End. Das dürften jetzt so einhundert Spiele gewesen sein bisher. Schuld daran hat das Brettspielgeschäft Berlin, die hatten mir das vor ein paar Monaten empfohlen. Die würde ich gerne verlinken, geht aber nicht, die haben zugemacht, sehr schade. Das Richard Bistro hat auch seit Dezember zu. Da war ich gerne, toller Laden. Berlin geht irgendwie den Bach runter, auch wenn das zwei sehr subjektive Beispiele sind. Ich kann mit der Stadt langsam nicht mehr viel anfangen. Könnte aber auch daran liegen, dass ich jetzt fünfzig bin. Das liest sich immer noch grausam.

In Berlin geht es ja schon damit los, dass es keine angenehme Art mehr gibt von A nach B zu kommen. Alles ist scheiße. Zu Fuß, Auto, Nahverkehr, Fahrrad – selbst Taxi ist scheiße. Alle gegen alle, laut, dreckig, unentspannt. Zudem ist die ganze Stadt mittlerweile eine einzige Baustelle. Wie man verkehrspolitisch so versagen kann ist schon erstaunlich. Aber darin zu erstaunen ist ja eine Berliner Spezialität. Das alles garniert mit unbezahlbaren Mieten. Warum leben Menschen überhaupt noch freiwillig in Berlin? Vieles, was Berlin mal ausgemacht hat, geht politisch gewollt den Bach runter; Clubs sterben, vieles wird zu teuer, zu voll, zu spießig, hier zu billig-chic, dort zu prollig, dann zu verzweifelt hip. Es fühlt sich ein wenig an wie ein heruntergekommener Freizeitpark. Man kann da noch Spaß haben, es gibt noch schöne Ecken, ein paar Attraktionen funktionieren noch, aber man merkt, dass der Laden so langsam ausgedient hat, sich nicht neu erfindet, noch mitnimmt was geht, ohne Perspektive. Berlin scheint überfordert mit seiner Rolle, auch sinnbildlich für Deutschland. Man könnte eigentlich, man hat ja alles, aber irgendwie kann man dann noch nicht. Und dann suchen viele Menschen jemanden, der einfach mal kann, mal macht, damit mal irgendjemand endlich mal irgendwas wirklich macht. So, dass man eine echte Veränderung wahrnimmt. Und dann wird es ganz düster. Vielleicht erlebt Berlin ja 2026 seinen Mamdabi-Moment. Das wäre was. Aber mal ehrlich, die Linken? Puh. Auf Bundesebene disqualifizieren die sich ja gerne regelmäßig. Aber in Berlin mag das mal heilsam sein. So gesandboxed sozusagen. Ich denke nicht, dass ich mir das alles noch lange antun werde. Ein paar Wochen im Sommer überwiegt immer noch der alte Glanz. Darüber hinaus lieber nicht mehr Berlin. Außerdem will ich ja (dank Krishna) Motorrad fahren. So mit Platz und gutem Wetter. Da muss man woanders hin, ganz klar.

Auch das letzte Refugium des Geistes, die Wissenschaft, macht gerade weniger Freude. Entweder wird sie von außen massiv angegriffen, wie in den U.S.A., oder sie malträtiert sich selber von innen, indem alle wie aufgescheuchte Äffchen nur noch von K.I. schwafeln. Was bin ich froh, da nicht mitspielen zu müssen. Ich kann nur jedem empfehlen – löscht ChatGPT. Lasst euch nix erzählen, nicht verblöden. Und löscht es vor allem euren Kindern. Aber was rede ich.

Früher war alles besser.

Das soll man ja nicht sagen. Aber es stimmt leider mittlerweile immer öfter. Ich hab' das ja den Großteil meines Lebens nicht sagen müssen. Die, die es jetzt sagen müssen, und wesentlich jünger sind, tun mir ernsthaft leid. Ich weiß noch, wie man so in den 90ern und 00ern über die 80er abgelästert hat. Man, war das ein geiles Jahrzehnt. Also die 90er auch. Dann kam ganz langsam der 21 Century Digital Boy. Aber Technik war auch geil in der Zeit. Ich hab' mir auf der Amiga 40 in Mönchengladbach einen Amiga A6000 gekauft. Als ich den zum ersten Mal angeschlossen habe, hätte ich kurz heulen können (so eine Mischung aus Freude und Melancholie). Große Zeiten waren das.

Aber es ist doch Weihnachten! HoHoHo! Nur nicht die Laune vermiesen lassen. Es wird zwar gerade etwas düster in Europa, aber da ist die Messe noch nicht gelesen (ohne hier religiöse Präferenzen zum Ausdruck zu bringen). Man kann immer noch Motorrad fahren, einen Amiga emulieren, Papers ohne K.I. schreiben, Spiele spielen, ChatGPT löschen, Musik machen, ein paar Euros spenden, nicht die Arschlöcher von der AfD wählen, und dankbar sein, dass man das alles noch kann.

Frohe Weihnachten

 
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from Zeilenumbruch

Nach längerer Zeit mal wieder ein wenig Reisen. Mein Van ist endlich fertig! Mitte September war ich auf Fehmarn bei Monster Van, und habe ihn abgeholt. Monster Van hat auch ein sehr schickes Instagram-Video mit dem Wagen gemacht.

Fehmarn im September

Ein großartiges Monster! Darüber sollte ich beizeiten einen eigenen Beitrag schreiben. Ich konnte also noch wenigstens einen Trip machen, bevor der Wagen in den Winterschlaf gehen wird. Es ging über Berlin nach Italien. Hin durch Österreich, zurück durch die Schweiz, erstmal nach Haan. Da bin ich gerade, bevor es Ende der Woche wieder nach Berlin geht. Dank Owntracks gibt es auch eine Karte.

Karte der Reise

Nach einer Nacht irgendwo bei Nürnberg war der erste richtige Stop dann ein Campingplatz am Gardasee. Das war relativ furchtbar, also der Gardasee war wie immer bezaubernd, aber der Platz hatte alle Eigenschaften, die ich beim Campen versuche zu vermeiden. Enge Parzellen, rappelvoll, fast nur Deutsche, dazu ein schlechtes Restaurant. Aber ich brauchte ein wenig Schlaf, so wurden es zwei Nächte. Ich werde hoffentlich nie verstehen, was man an diesem Urlaubskonzept gut finden kann.

Gardasee

Dann ging es schnell weiter in Richtung Adria, bis nach Porto Recanati. Da konnte man dann ganz entspannt am Meer stehen.

Porto Recanati

Nächster Stop ein wenig weiter südlich – Giulianova. Es wird Zeit, das Monster zu präsentieren. Hier ein Portrait.

Giulianova

Da ich die Ecke schon ein wenig kannte, wollte ich noch was weiter in den Süden. Ich hab es dann bis nach Vieste geschafft. Da bin ich dann eine gute Woche geblieben. Der Platz war angenehm leer, so wie das Städtchen. Ich habe ein Faible für leicht ausgestorbene Orte glaube ich.

Vieste Strand

Es ist dann nur schwieriger ein geöffnetes Restaurant zu finden. Ging aber. Der Platz hat netterweise ein E-Bike zur Verfügung gestellt, sowas brauche ich beim nächsten Mal von Anfang an. Mit dem 7m Schiff fährt man ja eher ungern mal eben zur Pizzeria ins Dorf.

Ich hatte auch endlich mal wieder die Muße, eine Drohne zu fliegen.

Vieste Strand von Oben

Vielleicht schneide ich noch einen kurzen Film draus, mal sehen.

Dann ging es zurück, ich hatte mir kurzfristig in den Kopf gesetzt, noch die Amiga 40 in Mönchengladbach zu besuchen. Also ging es mit einem Zwischenstop am Gotthard Pass schnurstracks zurück nach Deutschland.

Gotthard

Und ich habe es wahrhaftig zur Amiga 40 geschafft, am Sonntag. Ich habe ja eine sehr sentimentale Bindung zu diesem Computer. Und es war wirklich großartig, dort zu sein. Auch da mein geschätzter Kollege Dataline dort sein neues und hervorragendes Spiel Callback vorgestellt hat. Und auf jeden Fall auch, da ich endlich einen Held meiner Jugend live getroffen habe – Chris Hülsbeck. Also Chris ist immer noch ein Held, man sollte ihm auf Patreon folgen.

Chris Hülsbeck

Besser hätte diese Reise nicht enden können! Jetzt bin ich noch ein paar Tage hier in Haan. Immer wenn ich hier bin, frage ich mich, wie ich dieses Wetter hier meine ganze Jugend ausgehalten habe. Ich weiß nicht woran es liegt, aber dieser Himmel hier ist eigentlich immer grau. Das fällt einem erst auf, wenn man längere Bekanntschaft mit einem oft blauen Himmel gemacht hat.

Mein Jahr im Van ist ja jetzt schon gute anderthalb Jahre her. Abgesehen von Indien habe ich seitdem fast ausschließlich in eher miesen Airbnbs in Berlin gewohnt. Das kann man mal machen, aber es reicht jetzt auch langsam. Wieder ein wenig im Van zu leben hat äußerst gut getan. Nächstes Jahr sollte dann aber auch wieder ein fester Wohnsitz dazukommen. Mit Vanparkplatz. Es fügt sich.

 
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from Zeilenumbruch

Berlin, 6.10.2002

Die Welt so nah, so rein. Nie ein Ende so sehr Anfang war! Welch farbgetränkter Tod der schwülen Fracht.

Alles so klar, so mein! Die Stille bahnt sich Ihren Pfad Berauscht die Luft – so sanft und immer sacht.

Endlich hinfort, der Schein! Klar vibriert des Zaubers Wille Zersetzt das Falsche bald mit aller Macht.

Es tritt hervor das Sein Schön, doch ohne wirres Flimmern Erscheint das Herz im Sinn - beseelt die Nacht.

 
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Anfang des Jahres hatte ich in meinem alten Blog Driven Like The Snow einen Artikel über meine Erfahrungen mit Google Maps Bewertungen geschrieben, mit dem Titel Google Maps Rezensionen sind Bullshit. Der Artikel gehört zu denen, die häufiger aufgerufen werden, das Thema scheint viele Menschen umzutreiben.

An dieser Stelle ein kleines Update.

Google löscht weiter munter meine letzten Rezensionen, immer mit derselben Masche wie in dem obigen Artikel beschrieben. Hier ein weiteres Beispiel der AUREGIO – Tagesklinik und Laserzentrum:

★ Mit meinem 83 jährigen Vater wurde ein Abholtermin zur Untersuchung vereinbart. Es kam einfach keiner, und telefonisch ist keiner zu erreichen.

Grund der Löschung (Google nennt es Zugriffsbeschränkung): Diffamierung. Es bleibt ein Affenzirkus.

Oder diese Rezension des griechischen Restaurants Brusco in Haan (sie werben mit “warmer Atmosphäre”):

★★ Da wir uns, ohne es zu wissen, an einen reservierten Tisch gesetzt hatten, hat uns der Kellner auf unverschämte Art und Weise angepöbelt wir sollten uns umsetzen. Danach war mir der Appetit vergangen, selten sowas niveauloses erlebt. Das Essen war akzeptabel, mehr nicht.

Grund auch hier: Diffamierung. Angepöbelt zu werden ist ok, das anzuprangern Diffamierung. Ein leckeres neoliberales Häppchen, verkocht vom Besitzer Christos Volagiannis und lauwarm serviert von Google.

Die Stuttgarter Zeitung hat sich zu dem Thema bei mir gemeldet und mich und meinen Anwalt interviewt. Der Artikel ist jetzt online: Was kann ich tun, wenn meine Google-Bewertung gelöscht wird? (leider hinter einer Paywall).

Ich bin persönlich mit dem Thema durch, Google Maps nutze ich nicht mehr, auch nicht mehr zur Navigation (siehe auch den Artikel Oh Amerika). Es fehlt eine gute Alternative für Bewertungen, aber da Google Maps auch nur noch eine Werbeplattform für Anbieter geworden ist, und echte Rezensionen beliebig löscht, kann man darauf getrost verzichten.

 
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